Alles über Leinöl

Als Öl- und Faserpflanze ist der Lein heute eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Schon die alten Ägypter und Babylonier kannten ihn ebensogut als Textilfaser, Anstrichfaser und Speiseöl wie unsere heimischen Bauern im Erzgebirge.


blühende Leinplflanze

blühende Leinplflanze


Besonders im Raum des Erzgebirges gab es zahlreiche handwerklich betriebene Öl- und Mahlmühlen, die mit dem industriellen Fortschritt mehr und mehr starben.


Die Dörnthaler Ölmühle ist heute eine der wenigen noch produzierenden Ölmühlen, die mit einer fast 350jährigen Tradition schonend kaltgepreßtes und naturbelassenes Leinöl herstellt.


Leinöl gehört zu den Ölen mit dem höchsten Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, wie der Linolensäure, einer dreifach ungesättigten Fettsäure.


Fettsäurezusammensetzung des Leinöls:


gesättigte Fettsäuren 10%
einfach ungesättigte Fettsäuren 18%
mehrfach ungesättigte Fettsäuren 72%
davon Linolsäure 13%
davon Linolensäure 58%


Aufgrund seines hohen Gehaltes an Linolensäure sollte Leinöl vorzüglich in der kalten Küche angewandt werden. Nimmt man Leinöl zum Backen und Braten, sollte bei einer Temperatur von möglichst unter 180 Grad Celsius das Leinöl nicht länger als 30 Minuten offen erhitzt werden, um die Sauerstoffzufuhr so gering wie möglich zu halten. Dies läßt sich z.B. dadurch erreichen, dass die Brat- und Backgeräte abgedeckt werden, z.B. mit einem Deckel.


Leinöl sollte jedoch möglichst nicht mehrfach zum Braten eingesetzt werden, weil dadurch auch bei schonendster Behandlung des Leinöls die Bildung von Oxydations- produkten unvermeidbar ist, die sich geruchlich und geschmacklich nachteilig auswirken, und dadurch auch unverträglich sein können. Man schätzt an Leinöl besonders den feinen art- und nusseigenen Geschmack und die leichte Verdaulichkeit.


Tips zur Lagerung:


Kaltgepreßtes Leinöl sollte, um es vor Licht, Sauerstoff und Wärmeeinwirkung zu schützen, möglichst in einer dunklen Flasche und kühl aufbewahrt werden. Die angebrochene Flasche sollte innerhalb von zwei bis drei Wochen verbraucht werden. Bei einer Lagerung im Kühlschrank kann es zur Flockenbildung kommen, die allerdings bei Zimmertemperatur sich wieder auflöst. Damit ist keine Qualitätsminderung verbunden.