Zur Produktion von Leinöl

Die Herstellung von kaltgepreßtem naturbelassenen Leinöl hat eine sehr lange Tradition nicht nur in der Region des Erzgebirges, sondern auch in der Dörnthaler Ölmühle.Während früher jeder Bauer seine eigene Leinsaat ausstampfte, oder diese zum Tausch gegen Leinöl und Leinschrot in die Mühle schaffte, kommt heute nur eine hochwertige und geprüfte Speiseleinsaat zur Verarbeitung, aus der kaltgepreßtes Leinöl in wesentlich vier Arbeitsstufen hergestellt wird.


Stufe 1: Die gereinigte Leinsaat wird mittels Elevator zum Walzenstuhl transportiert und dort aufgequetscht, um die Ölzellen freizulegen.


Der Walzenstuhl

Der Walzenstuhl


Stufe 2: Hier wird die aufgequetschte Leinsaat in einer Wärmepfanne vorgewärmt, da ohne diese Erwärmung kein bzw. nur wenig Öl fließen würde."Kaltgepreßtes Leinöl" ist daher keineswegs irreführend, denn es muß bedacht werden, dass die Leinsaat während ihrer Vegetationszeit (Wachstum und Reife) natürlichen Temperaturen durch Sonneneinwirkung von zum Teil über 45 Grad Celsius standhalten muß und diese Wärme auch für den Reifungsprozeß benötigt wird.


Schneckenpresse mit Wärmpfanne

Schneckenpresse mit Wärmpfanne


Stufe 3: In diesem Hauptarbeitsschritt wird nun aus der vorgewärmten Leinsaat das Öl mittels einer Schneckenpresse gewonnen, dabei wird die Ölaustrittstemperatur von 40 Grad Celsius überwacht. Nur Leinöl aus der 1. Pressung wird zu Speiseöl verwendet. Das im Nachpreßverfahren oder 2. Pressvorgang gewonnene Leinöl kann zur Imprägnierung von Holz (Gartenzäune, Scheunen und Tore) sehr gut verwendet werden.


Stufe 4: Schließlich wird das nun gewonnene kaltgepreßte Leinöl durch eine mit Leinengewebe und Papier bespannte Filterpresse gefiltert. Das nun fertige kaltgepreßte Leinöl wird in eine 100 ml, 250 ml, 500 ml und 1000 ml Glasflasche oder auch lose in Milchkannen abgefüllt und so stets frisch gepreßt an den Handel verkauft. Der bei der Ölherstellung als Kuppelprodukt anfallende Leinexpellerschrot ist mit ca. 32% Rohprotein, 7-8% Fett und 10% Rohfaseranteil noch ein hochwertiges Futtermittel, beispielsweise in der Kälberaufzucht, und wird zu 50 kg und 25 kg gesackt bzw. auch lose verkauft.


Die Filterpresse

Die Filterpresse